Amiga mit dem Raspberry Pi

Wer einen Raspberry Pi 3, 4 oder 400 sein Eigen nennt, der kann ihn mittels Pimiga 1.5 zu einem Amiga mit einer richtig schicken Workbench umfunktionieren, die für 16:9-Monitore mit 1080p konfiguriert ist. Eine Änderung auf 4:3 (1280 x 1024) ist möglich, geht jedoch auf Kosten der Übersicht, da nicht mehr alle Anwendungen als startklare Icons auf dem Desktop angezeigt werden.

Es gibt Pimiga in zwei unterschiedlichen Größen: die „LITE“-Variante für eine 32 GB und die „MotherFraker“-Edition für eine 128 GB große Micro-SD-Karte. Die Links befinden sich unter dem YouTube-Video von Chris Edwards. In jedem Fall ist das Kickstart-ROM 3.1 für den Amiga 1200 mit dem richtigen Dateinamen (kick31a1200.rom) auf die Partition namens „KICK“ zu kopieren, um durchstarten zu können. Diese ist nicht frei verfügbar und kann bei Cloanto bezogen werden.

Pimiga auf einem 4:3-Monitor bei unveränderter Auflösung

Wie anhand der Größe zu erahnen ist, sind hier bereits etliche Spiele vorinstalliert, die mittels WHDLoad quasi direkt „von der Platte“ starten. Der nervige Diskettenwechsel von damals, und damit ist auch der der virtuelle gemeint, entfällt. Hierdurch sind viele ältere Spiele ähnlich komfortabel zu spielen wie unter DOSBox, und wegen der besseren Soundeigenschaften des Amiga oft sogar die bessere Alternative.

Falls das gesuchte Spiel nicht als WHDLoad auf der virtuellen Festplatte verfügbar ist, der wird bei der 128-GB-Edition trotzdem fündig. Denn diese beinhaltet das TOSEC-Archiv, welches selbst unbekannte Spiele und Anwendungsprogramme für den Amiga bereithält. Allerdings liegen diese Spiele als Disketten-Images (ADF) vor, so dass man sie entweder selbst installieren muss, sofern die Software eine Installation auf die Festplatte überhaupt erlaubt, oder man mittels F12-Taste die Disk-Images in die maximal vier virtuellen Diskettenlaufwerken einlegt.

Die Workbench fühlt sich bei einer 1080p-Auflösung richtig wohl

Wer auch die ganz frühen Amiga-Spiele starten möchte, die nicht im WHDLoad-Archiv enthalten sind, der kommt um eine entsprechende Konfiguration nebst passendem Kickstart-ROM nicht herum. Die ganz frühen Titel funktionieren beispielsweise nur auf einem Amiga 500 mit Kickstart 1.3 und maximal 1 MB Chipmem. Wer sich nicht auskennt, muss hier ein wenig experimentieren.

Ein kleiner Tipp am Rande: Wer die 128-GB-Version wählt, sollte das Aufspielen des Abbilds lieber nicht mit einem USB-2.0-Cardreader versuchen, weil der Schreibvorgang um die drei bis vier Stunden in Anspruch nehmen kann. Mit einem USB-3.0-Gerät dauert das Schreiben mit BalenaEtcher dagegen etwa eine Stunde.